Rechtsradikalismus hat es nie gegeben. Ein Nachtrag

Ich stelle fest, dass es keine 2 Wochen brauchte, bis das Thema Rechtsradikalismus aus den Medien des Mainstream verschwunden ist. Nun ist es das viel aufregendere und in den 70ern bereits erprobte Thema Terrorismus auf deutschem Boden gegen amerikanische Einrichtungen. Wenn Radikale und Faschisten das Land terrorisieren ist es scheinbar Teil des öffentlichen Alltags und alle Verantwortlichen sind dann schnell mit großen Worten dabei Maßnahmen ergreifen und vor allem, finanzieren zu wollen. Wenn allerdings angeblich islamistischer Terror gegen die Einrichtungen amerikanischer Feudalherren und Eroberer das Ansehen deutscher Sicherheitspolitik gefährden könnte, sind Worte kaum nötig, sondern Taten und Erfolge können sofort vermeldet werden, und angstschürende Feuermelder dürfen zur Freude Dr. Schäuble’s wieder aufheulen, dass die Frage nicht lauten darf, ob Terroristen das Land erschüttern, sondern die Frage lauten muss: wo, wer und wann?

Wenn so viel Populismus auf Knopfdruck und Massen an staatlichen Mittel in Sachen Rechtsradikalismus aufgebracht würde, wäre es mit Naziausbildungslagern, volksverhetzenden Parteien und Springerstiefeln im Gesicht von Immigranten, in Deutschland wohl entgültig vorbei. Aber die Regierung scheint eine Art kostengünstige Standarttextvorlage im Bundestagsschreibtisch zu haben, wenn es wieder einmal publik wird, dass Deutschland ein Land der Faschisten und eine tolerante Herberge für Antisemitismus und Faschismus ist. Bleibt nur noch zu hoffen, dass Nazis demnächst versuchen amerikanische Einrichtungen in die Luft zu sprengen, damit ihnen die gleiche Aufmerksamkeit zu teil wird, wie augenscheinlich islamistischen Terroristen aus deutschen Landen.

(Mehr zu dem Thema im Beitrag: Die unerträglich beschämende Demokratie unterwegs in Sachen Rechtsradikalismus)

Die unerträglich beschämende Demokratie unterwegs in Sachen Fremdenhass. Eine Beobachtung

Wenn ich in den letzen Tagen mir die Zeitungs- und Videobeiträge zum Thema Fremdenhass, Hetzjagden, Rechtsradikalismus und deren Bekämpfung zu Gemüte führe, überkommt mich selbst auch die Lust jemanden zu verfolgen und Hetzjagden zu veranstalten. Nein, nicht gegen Immigranten oder indische Händler, sondern gegen unsere Bundesregierung und ihrer Angestellten.

Wen oder Was es konkret in diesen Tagen durch den Staat zu jagen gelte, wären Frau Merkel, Frau von der Laien, Herr Beck, Herr Tiefensee, Herr Bosbach und weiteren Konsorten, die noch bevor die Mikrophone der verschiedenen Sender zum Interview eingestöpselt werden, ihre Betroffenheitsmimik aufsetzen und rührend, wie zu jedem emotional beladenem Thema verkünden wie „außerordentlich betrüblich und beschämend“, „unerträglich und schändlich“ sie den Angriff von … (Ja von wem überhaupt?) auf Inder im sächsischen Mügeln empfinden. -

Dass Frau von der Leyen in der so viel bedauerten Nacht der Verfolgung und Schlägerei sich nicht persönlich mit Geldsäcken vor die Inder warf, empfindet die SPD plötzlich mehr als beklagenswert.

Herr Bosbach, der Vorsitzende der CDU Fraktion, fühlt sich von dieser Kritik persönlich angesprochen und schlägt nun verbal, für seine „schon-immer-alles-mögliche-versucht-habende“ Kollegin, in der Öffentlichkeit auf die SPD und ihrem selbsternannten Experten für Rechtsradikalismus Wolfgang Tiefensee ein (seines Zeichens Verkehrsminister), und empfindet die nun medial ausgebrochene Hetzjagd auf selbige Kollegin für „wirklich schäbig“.

Wirklich schäbig stellt nach meiner persönlichen Einschätzung als Hobbygermanist, eine eindeutig emotionale Steigerung des Adjektivs „beschämend“ dar. Welches in Zusammenhang mit der menschenverachtenden und eindeutig rassistischen Verfolgung der 8 Inder, geradezu unausgewogen formuliert ausfallen muss. Denn wenn eine CDU Abgeordnete verbal anzugreifen „wirklich schäbig“ und indische Staatsbürger in Todesangst und Resignation zu stürzen und anschließend noch als potentielle Provokateure darzustellen nur „beschämend“ ist, was ist dann das Verhalten unserer gesamten Bundesregierung und der Opposition im Umgang mit Fremdenhass und der hassschürenden nationalistischen Partei der NPD oder den ungenannt passiven Mittätern, die durch ihr Wegsehen diese Tat billigten?

Nun meine Prognose, nach soviel mitfühlenden und Gegenmaßnahmen ergreifenden Spitzenpolitikern, ist einfach:

In ungefähr 2 Wochen, wenn irgendwo was noch aufregenderes und parteiennützlicheres passiert, wie „Kampfhunde ohne Maulkorb greift Kind an“ oder „Grabschändungen in Afghanistan durch Bundeswehrsoldaten“, wird wie auch schon nach den unzähligen Anschlägen wie in Mölln oder Rostock oder sonst irgendeiner Stadt in der Bundesrepublik, dieses bitterböse Thema in den untersten Schubladen verschwunden sein, in der Hoffnung dass so etwas wie Faschismus, Rassismus, Antisemitismus, Extremismus, Jugendgewalt und Radikalität sich möglichst still verhält, damit unser wirtschaftlich notwendiges Image vom freundlichen Fußballstaat nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Deutschland deine Sommermärchen.

Kinderarmut im Schlaraffenland

Laut UNICEF stieg die Kinderarmut in der Bundesrepublik seit 1990 stärker an, als in allen anderen Industrienationen.

In den letzten Jahren und Monaten mahnten Organisationen und Verbände immer wieder die Regierungen an, sich dem schwerwiegenden Problem (besonders unter allein erziehenden Müttern/ Vätern und Zuwandererfamilien) bewusster anzunehmen. Doch scheint dieses Thema in unserer Gesellschaft weitaus sensiblere Lösungen zu benötigen, da jegliche Bemühungen seitens des Staates und verschiedener Organisationen in den letzten siebzehn Jahren wirkungslos blieben und soziale Absicherungen von Kindern/ Jugendlichen immer mehr in den Hintergrund getreten sind; was auch damit zutun haben mag, dass Kinder keine Lobby haben und sie für die Parteien nicht interessant sind.

Diese Wirkungslosigkeit der Organisationen führt zu der These, dass sozialpolitische Maßnahmen erfolglos sind, weil sie nicht die vorherrschende gesellschaftliche Geisteshaltung, gegenüber ungleicher Verteilung materieller und kultureller Ressourcen, bekämpft.

Welcher Natur sind die Probleme?

Betroffen zu sein von Kinderarmut ist ein zweischneidiges Schwert, da zunächst nicht die Kinder die Belastung tragen, sondern die so genannten Einkommensschwachen Eltern, von denen der größere Teil in der Regel allein erziehend ist. Durch das Abhängigkeitsverhältnis der Kinder zu ihren Eltern geraten diese Kinder ebenfalls in die Armutsfalle; nicht selten ihr ganzes Leben lang.

Im Ganzen geht es hierbei um ein gesamtgesellschaftliches Problem, dass sich durch die unterschiedliche Auffassung bestimmter Teile unserer Gesellschaft über Armut ergibt, aber auch durch das ganz subjektive Empfinden des Individuums, das in seinem ganzen Leben noch keine kulturelle und soziale Armut verspürt hat, während andere ihr ganzes Leben damit verbringen gegen ihre persönlichen Armutsverhältnisse anzukämpfen.

Während wir insgesamt in einem Land mit höchstem Wohlstand leben, werden gerade durch das Prinzip das diesen Wohlstand für viele ermöglicht, gleichzeitig Verlierer produziert, die oft schon in mehreren Generationen den Ausschluss aus materiellen und kulturellen Ressourcen ertragen und unter den Menschen mit Zweitwagen und Ferienwohnung schon lange nicht mehr auffallen.

Kinder jedoch sind nicht arm. Sie können noch nicht arbeiten, sie konkurrieren nicht und sie müssen nichts leisten. So einfach zumindest möchten wir sie, mit dem Spielzeug in der Hand, sehen. Die Realität zeigt eine andere Wahrheit. Auf dem Schulhof, beim Schulausflug und vor den Türen der Sport- und Kulturvereine bleibt ein rotes Tuch über die Diskussion gespannt, warum manche Kinder zuhause bleiben müssen oder seit Monaten die gleiche Klamotte tragen. Rebellion und Wut der Kinder, werden dann oftmals als Verhaltensstörungen abgetan oder ihr Zustand einfach nur bedauert.

Kinder und Jugendliche konkurrieren: so wie es die Erwachsenen machen, um Anerkennung und Aufmerksamkeit. Sie bedienen sich der Mittel die Ihnen zur Verfügung stehen, bzw. gestellt werden. In Sachen ‚Konsum’ sind ihnen heutzutage keine Grenzen mehr gesetzt, außer der einen Grenze: Das Einkommen der Eltern.

Kinder und Jugendliche leisten: in der Schule, im Verein, im Haushalt. Gerade hier wird ihnen das Prinzip unserer Wohlstandsgesellschaft verdeutlicht, und ihnen bei Versagen bewusst welche Konsequenzen sich für ihr Leben ergeben können, wenn sie nicht ‚voll ausgestattet‘ und ’satt‘ an ihre Hausaufgaben gehen.

Von Armut betroffene Kinder erleben das Ausbleiben ihrer Möglichkeiten, erleben das Versagen ihrer Eltern und sind ebenso wie sie gelähmt und handlungsunfähig. Kinder können nicht arbeiten gehen, weil sie Kinder sind, und die Geschichte hat lange gebraucht, um dass in die Verfassung zu übernehmen. Bei genauerer Hinsicht wird aber deutlich, dass Arbeit nicht immer nur eine Tätigkeit ist, die mit einer Sozialversicherung zusammenhängt. Kinder in prekären Situationen arbeiten nun doch an den Stellen mit, wo die Gesellschaft sich mit Globalisierungsgründen entschuldigt. Die Mutter die für einen Niedriglohn arbeiten geht, überträgt zur Entlastung selbstverständlich Aufgaben, die man als Arbeit ansehen muss, an ihre Kinder.

Zudem fällt dadurch Erziehung auf ein Minimum zusammen, wenn das Kind über den Tag unreflektiert unseren Medien ausgesetzt, der drohenden Prügel von markenübersättigten Klassenkameraden entkommt, oder der Reinigung des Haushaltes mehr Zeit zukommt, als für die notwendigen Hausaufgaben. Gerade hier hat es fatale Auswirkungen, wenn das Kind sich wegen Nichterbringbarkeit der verlangten Leistungen und Demütigungen der Schule fernhält, bei problematischen peer groups, wie Nazibanden oder Straßengangs Anerkennung und Zuflucht findet, in die Drogenszene abrutscht oder sich mit Unterhaltungselektronik isoliert.

Welche Lösungen gibt es?

Zusammenfassend ist ein Kind, welches nach ökonomischer Norm arm ist, bei weitem mehr als das. Es ist der ganzen Kälte einer Gesellschaft ausgesetzt, die um den goldenen Stier tanzt. Es hat keine reale Mitteilungsmöglichkeit und seine soziale Verelendung interessiert bei Volljährigkeit dann höchstens noch die Sozialarbeiter und die Kriminalstatistik. Eltern die materiell und kulturell die ganzen Errungenschaften unserer Industrienationen erkaufen können, sind gleichzeitig in der Verantwortung den Eltern und Kindern die davon ausgeschlossen sind, ihre Aufmerksamkeit und ihre Mittel zur Verfügung zu stellen. Es darf nicht damit getan sein zur Weihnachtszeit anonym eine Spende an arme Kinder zu überreichen, da gerade dadurch Benachteiligte sich schwach und gedemütigt fühlen müssen und zu einer erneuten Ausgrenzung führt, sowie lediglich das schlechte Gewissen und die Ohnmacht der Übersättigten widerspiegelt.

Alle Eltern und solche die es werden könnten, sind aufgerufen auf ihre Regierung und den Parteien druck auszuüben, Schulen nicht sich selbst zu überlassen, in ihrer Kommune soziales Engagement über das sonntägliche Autowaschen zu stellen. Keine Zeit für Kinder und Jugendliche zu haben ist die Ausrede einer hedonistischen Leitkultur und ein Armutszeugnis für eine angeblich soziale und souveräne Gesellschaft.

Der Wert einer Kultur misst sich zuallererst an der Unbedarftheit und Gesundheit ihrer Kinder und nicht an ihrer heiligen Kaufkraft. -
videobeitrag: was ist armut

Studentenfutter gestrichen

Die gegenwärtige Regierung aus CDU/SPD lässt in Zeiten so notwendiger ‚Kluger Köpfe‘ im internationalem Wettbewerb, der ewigen Jammerei über die Fahnenflucht der Hochgebildeten zu, dass 1110 Studenten der Hamburger Uni exmatrikuliert werden konnten, wegen Nichterbringung der 500 € Studiengebühren.

Eine Regung in der sonst so gesprächsfreudigen Spitze des Bundestages (MdB) bleibt aus.

uni

Dabei ist der Schaden für die Gesellschaft, nebst der Wirtschaft, nicht einfach nur in Geld aufzuwiegen. Diese Art von Schaden hat tiefgreifendere Folgen, die regierende Parteien sicherlich bei der nächsten Wahl zu spüren bekommen, wenn ihnen wieder einmal die jugendliche Wählerschaft zuhause bleibt und lieber mit dem Internet Demokratie und Investition in die Zukunft betreibt, als an der Wahlurne einer Parteienlandschaft, die sich gerne mit Diskussionen und Klausurtagungen in Prachtbauten beschäftigt, und mit der Frage: „Wie fördern wir Jugend und Bildung für eine stabile Gesellschaft auch noch nach der nächsten Legislaturperiode“, einen geistigen Nervenzusammenbruch erleidet.

Die Einführung der Studiengebühren zeigt nun sein wahres Gesicht, was wir auch schon bei der Einführung der Praxisgebühr feststellen konnten: tausende bleiben fern! Und in diesem Fall setzt man sie auch noch einfach wieder vor die Tür. Die Folge: Fachkräftemangel und hochgebildete Langzeitarbeitslose mit Praktikantenstatus. -DU bist Deutschland-

Unterm Strich zahlt der gleiche Staat aus einer anderen Kasse den Betrag von 500.- Euro für hochgebildete Arbeitslose, deren Bildung bis dahin schon mehrere 10.000 €uro/ pro Person seit ihrer Einschulung gekostet hat. Eine Fehlinvestition des Steuerzahlers? In Form von Harz-4 Leistungen der Argentur für Arbeit fallen für den brüchigen Sozistaat weit mehr Kosten an als lapidare 500.- Euro Netto. Nun bringen wohl manche der Exmatrikulierten ihre innovativen Ideen und ihr ‚Know-how‘ nach Holland oder in sonst ein Land, weches seine, und die Zukunft seiner Studenten zu schätzen weiß.

Da bleibt uns am Ende doch nur noch einmal tief in die Tüte mit dem Studentenfutter zu greifen, bevor es gänzlich leer ist. -
studentenfutter





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